STIFTSKOLLEGANNO MMXXVI STIFTSKOLLEG Unternehmer-Akademie

KompendiumKapitel I — Die Rechtsformen

Was ist eine UG?

Die Einstiegsvariante der GmbH — ab einem Euro Stammkapital, mit gesetzlicher Ansparpflicht zur Vollform.

Kurz gefasst

Die Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) ist eine GmbH in der Einstiegsvariante des § 5a GmbHG. Sie kann mit einem Stammkapital ab einem Euro gegründet werden und unterliegt denselben Regeln wie die GmbH — einschließlich Haftungsbegrenzung, Körperschaft- und Gewerbesteuer. Als Ausgleich für das geringe Kapital muss sie jährlich ein Viertel ihres Gewinns in eine Rücklage einstellen, bis 25.000 Euro erreicht sind; dann steht der Weg zur vollen GmbH offen. Sachgründungen sind ausgeschlossen, der Zusatz „haftungsbeschränkt“ ist Pflicht.

Stammkapitalab 1 €Praktisch sinnvoll: mehrere tausend Euro als Startpolster.
Rücklage25 %des Jahresüberschusses, bis 25.000 € erreicht sind (§ 5a Abs. 3 GmbHG).
Besteuerungwie GmbHKörperschaftsteuer plus Gewerbesteuer, Ausschüttungen mit Abgeltungsteuer.
FirmierungPflichtzusatz„UG (haftungsbeschränkt)“ — ungekürzt im Rechtsverkehr.

Die Abwägung

Vorteile und Nachteile — nüchtern gegenübergestellt.

Dafür spricht

  • Niedrigste Eintrittsschwelle in die Haftungsbegrenzung: Gründung ab einem Euro.
  • Musterprotokoll: Standardgründung mit bis zu drei Gesellschaftern schnell und günstig.
  • Volle GmbH-Ordnung: Organe, Registerpublizität und Steuerrecht wie bei der großen Schwester.
  • Wachstumspfad eingebaut: Die Rücklagenpflicht führt planmäßig zur Voll-GmbH.
  • Geeignet als Komplementärin: auch in der UG & Co. KG einsetzbar.

Dagegen spricht

  • Ansehen: Der Zusatz „haftungsbeschränkt“ signalisiert die dünne Kapitaldecke.
  • Ansparzwang: Ein Viertel des Gewinns ist gebunden, Vollausschüttung ausgeschlossen.
  • Keine Sachgründung: Einlagen sind zwingend in Geld zu erbringen.
  • Insolvenzanfälligkeit: Wenig Kapital heißt wenig Puffer — Geschäftsführerpflichten greifen früh.
  • Umfirmierung kostet: Der Wechsel zur GmbH verlangt Kapitalerhöhung und Notar.

Gesetzliche Grundlage

Wo es geschrieben steht.

§ 5a GmbHGSonderregeln der UG: Mindestkapital, Rücklagenpflicht, Verbot der Sachgründung.
§ 2 Abs. 1a GmbHGVereinfachte Gründung mit Musterprotokoll.
§ 23 KStGKörperschaftsteuer wie bei jeder Kapitalgesellschaft.

Aus der Praxis

Zahlenbeispiel: Der Weg zur GmbH

Eine UG startet mit 500 € Kapital und erzielt 20.000 € Jahresüberschuss. Mindestens 5.000 € wandern in die gesetzliche Rücklage. Bei gleichbleibendem Gewinn ist die 25.000-€-Schwelle nach fünf Jahren erreicht; die Rücklage wird in Stammkapital umgewandelt und aus der UG wird eine GmbH — ohne Neugründung, das Unternehmen bleibt dieselbe juristische Person.

Die UG ist die GmbH auf Probe — mit eingebautem Sparplan zur Vollform.

Merksatz des Kollegs

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Stand: Juli 2026 · Erste Ausgabe zum Workshop Traunstein. Das Kompendium vermittelt allgemeines Wissen für Unternehmerinnen und Unternehmer; Zahlenbeispiele und Rechner sind zur Veranschaulichung vereinfacht. Es ersetzt keine Steuer- oder Rechtsberatung — über den Einzelfall entscheidet das persönliche Gespräch. Inhaltlich verantwortlich: Stiftskolleg — Die Unternehmer-Akademie, in fachlicher Zusammenarbeit mit Steuerberater Niklas Bienhüls.