STIFTSKOLLEGANNO MMXXVI

Stiftskolleg — Die Unternehmer-Akademie

Das Kompendium.

Die Unternehmerfragen des Workshops — beantwortet, belegt, zum Selberrechnen.

Erste Ausgabe · Steuer-Workshop Traunstein · 30. Juli – 2. August 2026

So nutzen Sie dieses Handout

Jedes Thema trägt einen QR-Code. Er führt zur ausführlichen Seite des Kompendiums — mit Gesetzesgrundlagen, durchgerechneten Beispielen und interaktiven Rechnern für Ihre eigenen Zahlen.

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Kapitel I

Die Rechtsformen. Wer sind Sie — rechtlich?

Was ist eine GmbH?

Die verbreitetste Kapitalgesellschaft des Mittelstands — mit klarer Trennung zwischen Gesellschaft und Gesellschafter.

Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung ist eine eigenständige juristische Person. Sie schließt Verträge, haftet mit ihrem eigenen Vermögen und wird von einem oder mehreren Geschäftsführern geführt. Die Gesellschafter haften nach voller Einzahlung der Einlagen grundsätzlich nicht mit ihrem Privatvermögen. Das Stammkapital beträgt mindestens 25.000 Euro; für die Gründung genügt die Einzahlung der Hälfte. Steuerlich unterliegt die GmbH der Körperschaftsteuer und der Gewerbesteuer — zusammen rund 30 Prozent auf einbehaltene Gewinne.

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Was ist eine UG?

Die Einstiegsvariante der GmbH — ab einem Euro Stammkapital, mit gesetzlicher Ansparpflicht zur Vollform.

Die Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) ist eine GmbH in der Einstiegsvariante des § 5a GmbHG. Sie kann mit einem Stammkapital ab einem Euro gegründet werden und unterliegt denselben Regeln wie die GmbH — einschließlich Haftungsbegrenzung, Körperschaft- und Gewerbesteuer. Als Ausgleich für das geringe Kapital muss sie jährlich ein Viertel ihres Gewinns in eine Rücklage einstellen, bis 25.000 Euro erreicht sind; dann steht der Weg zur vollen GmbH offen. Sachgründungen sind ausgeschlossen, der Zusatz „haftungsbeschränkt“ ist Pflicht.

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Was ist eine GmbH & Co. KG?

Eine Kommanditgesellschaft, deren Vollhafter eine GmbH ist — Haftungsbegrenzung und transparente Besteuerung in einer Form.

Die GmbH & Co. KG ist eine Personengesellschaft, bei der die Rolle des unbeschränkt haftenden Gesellschafters von einer GmbH übernommen wird. Die Kommanditisten — meist die Unternehmerfamilie — haften nur mit ihrer Einlage. Gewinne werden den Gesellschaftern direkt zugerechnet und mit deren persönlichem Einkommensteuersatz versteuert; die Gesellschaft selbst zahlt nur Gewerbesteuer. Damit verbindet die Form die Haftungsordnung der Kapitalgesellschaft mit der steuerlichen Durchsicht der Personengesellschaft. Im Familien- und Immobilienbereich ist sie seit Jahrzehnten die verbreitetste Gestaltungsform.

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Was ist eine KG?

Die Handelsgesellschaft mit zwei Gesellschafterklassen: Vollhafter führen, Kommanditisten sind mit Einlage beteiligt.

Die Kommanditgesellschaft ist eine Personengesellschaft zum Betrieb eines Handelsgewerbes. Sie kennt zwei Rollen: Der Komplementär führt die Geschäfte und haftet unbeschränkt, der Kommanditist ist mit seiner Einlage beteiligt und haftet nur bis zu deren Höhe. Die KG ist damit die klassische Form, um Kapitalgeber oder Familienmitglieder zu beteiligen und die Führung zugleich in einer Hand zu halten. Steuerlich ist sie transparent: Der Gewinn wird den Gesellschaftern direkt zugerechnet. Seit der Reform des Personengesellschaftsrechts zum 1. Januar 2024 gilt ein modernisiertes, klar geordnetes Recht.

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Was ist ein Verein?

Die älteste Form gemeinschaftlichen Handelns — mitgliedergetragen, auf einen ideellen Zweck gerichtet.

Der eingetragene Verein ist eine mitgliedschaftlich organisierte juristische Person für einen ideellen Hauptzweck — Sport, Kultur, Bildung, Berufsvertretung. Er entsteht durch mindestens sieben Gründungsmitglieder, eine Satzung und die Eintragung ins Vereinsregister. Ein wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb ist als Nebenzweck zulässig und wird gesondert besteuert. Für Unternehmerfamilien spielt der Verein vor allem als Träger gemeinnütziger Arbeit eine Rolle; als Ordnungsrahmen für ein Unternehmen ist er ungeeignet. Wirtschaftsvereine werden nur ausnahmsweise zugelassen.

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Was ist eine Familienstiftung?

Ein verselbstständigtes Vermögen mit eigener Rechtspersönlichkeit — errichtet, um Familie und Unternehmen dauerhaft zu ordnen.

Die Familienstiftung ist eine rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts, deren Zweck der Versorgung einer oder mehrerer Familien dient. Sie hat weder Gesellschafter noch Mitglieder: Das eingebrachte Vermögen gehört der Stiftung selbst, geführt wird sie vom Vorstand nach den Regeln der Satzung. Damit ist das Vermögen dem direkten Zugriff Einzelner, aber auch Erbstreit, Scheidungsfolgen und Gläubigern weitgehend entzogen. Steuerlich unterliegt sie der Körperschaftsteuer; alle 30 Jahre fällt die Erbersatzsteuer an. Leistungen an die Begünstigten werden wie Kapitalerträge besteuert.

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Was ist eine gemeinnützige Stiftung?

Vermögen im Dienst der Allgemeinheit — steuerbefreit, spendenbegünstigt und auf Dauer angelegt.

Die gemeinnützige Stiftung verfolgt ausschließlich und unmittelbar steuerbegünstigte Zwecke im Sinne der Abgabenordnung — etwa Bildung, Wissenschaft, Mildtätigkeit oder Kultur. Dafür ist sie von Körperschaft- und Gewerbesteuer befreit; Zuwendungen an sie sind als Spenden abziehbar, die Errichtung bleibt erbschaft- und schenkungsteuerfrei. Im Gegenzug ist das Vermögen dauerhaft dem gewählten Zweck gewidmet: Ausschüttungen an Private sind ausgeschlossen, die Mittel sind satzungsgemäß zu verwenden. Für Unternehmerfamilien ist sie das Instrument, Wirkung über das eigene Leben hinaus zu ordnen.

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Was ist eine Holding?

Eine Ordnungsstruktur über den Beteiligungen: Die Muttergesellschaft hält, die Töchter wirtschaften.

Eine Holding ist eine Ordnungsstruktur, keine eigene Rechtsform: Eine Muttergesellschaft — meist eine GmbH — hält die Anteile an einer oder mehreren operativen Gesellschaften. Gewinne der Töchter fließen nahezu steuerfrei nach oben (§ 8b KStG: zu 95 Prozent freigestellt) und stehen dort für neue Investitionen, Beteiligungen oder Vermögensaufbau bereit. Zugleich trennt die Struktur Risiken: Das operative Geschäft haftet, das angesammelte Vermögen liegt eine Ebene höher. Verkäufe von Tochtergesellschaften bleiben in der Holding fast steuerfrei — der stärkste Hebel der Struktur.

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Was leisten Stiftungen in Luxemburg und Liechtenstein?

Zwei Nachbarrechtsordnungen, zwei sehr verschiedene Antworten — und ein deutsches Steuerrecht, das mitliest.

Liechtenstein kennt seit 1926 eine flexible privatnützige Stiftung und ist damit der etablierte Stiftungsstandort des deutschsprachigen Raums. Luxemburg dagegen hat bis heute keine privatnützige Familienstiftung: Die dortige Fondation steht nur gemeinnützigen Zwecken offen, das Gesetzesvorhaben einer Fondation Patrimoniale wurde nie verabschiedet. Für Familien mit Wohnsitz in Deutschland gilt in beiden Richtungen: Das deutsche Steuerrecht rechnet die Erträge intransparenter ausländischer Familienstiftungen vorrangig dem inländischen Stifter, sonst den Begünstigten im Inland zu (§ 15 AStG), und die Errichtung verliert das Steuerklassenprivileg. Ein Standortvorteil entsteht daher nur in besonderen Lagen.

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Kapitel II

Die Steuerarten. Womit rechnet der Staat?

Einkommensteuer — was regelt sie?

Die Steuer der natürlichen Personen: progressiv von 0 bis 45 Prozent, mit sieben Einkunftsarten.

Die Einkommensteuer erfasst das Einkommen natürlicher Personen in sieben Einkunftsarten — vom Gewerbebetrieb über Kapitalvermögen bis zur Vermietung. Ihr Tarif ist progressiv: 2026 bleibt ein Grundfreibetrag von 12.348 Euro steuerfrei, danach steigt der Satz von 14 auf 42 Prozent (ab rund 69.900 Euro) und 45 Prozent ab rund 278.000 Euro. Ehegatten können das Splitting nutzen, Kapitalerträge unterliegen gesondert der Abgeltungsteuer von 25 Prozent. Für Unternehmer in Personengesellschaften ist die Einkommensteuer die zentrale Größe — jede Gestaltungsfrage endet bei der Frage, welcher Grenzsteuersatz gerade gilt.

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Körperschaftsteuer — was regelt sie?

Die Einkommensteuer der juristischen Personen — mit festem Satz statt Progression.

Die Körperschaftsteuer besteuert das Einkommen von Kapitalgesellschaften, Genossenschaften, Vereinen und Stiftungen. Ihr Satz ist fest: 15 Prozent, mit Solidaritätszuschlag 15,825 Prozent — unabhängig davon, ob die Gesellschaft zehntausend oder zehn Millionen Euro verdient. Zusammen mit der Gewerbesteuer ergibt sich für Kapitalgesellschaften eine Gesamtlast von rund 30 Prozent auf einbehaltene Gewinne. Beschlossen ist die schrittweise Senkung des Satzes ab 2028 auf 10 Prozent im Jahr 2032 — die Kapitalgesellschaft wird damit planmäßig attraktiver. Ausschüttungen lösen beim Anteilseigner eine zweite Besteuerungsebene aus.

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Gewerbesteuer — was regelt sie?

Die Steuer der Gemeinden auf den Gewerbeertrag — ihr Gewicht bestimmt der örtliche Hebesatz.

Die Gewerbesteuer ist die wichtigste eigene Einnahme der Gemeinden und trifft jeden Gewerbebetrieb. Ausgangspunkt ist der Gewinn, korrigiert um Hinzurechnungen und Kürzungen; auf den so ermittelten Gewerbeertrag wird die Messzahl von 3,5 Prozent angewandt und das Ergebnis mit dem Hebesatz der Gemeinde multipliziert. Zwischen 200 und über 500 Prozent liegt dieser Hebesatz — der Standort entscheidet also spürbar mit. Einzelunternehmer und Personengesellschaften erhalten einen Freibetrag von 24.500 Euro und eine weitgehende Anrechnung auf die Einkommensteuer; Kapitalgesellschaften zahlen ab dem ersten Euro und ohne Anrechnung.

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Umsatzsteuer — was regelt sie?

Die Steuer auf den Verbrauch: vom Unternehmen erhoben, vom Kunden getragen, ans Finanzamt durchgereicht.

Die Umsatzsteuer belastet Lieferungen und Leistungen im Inland mit 19 Prozent, ermäßigt 7 Prozent. Getragen wird sie vom Endverbraucher; das Unternehmen ist Einsammler: Es weist die Steuer in Rechnung aus, führt sie ab und zieht zugleich die selbst gezahlte Vorsteuer ab. Für Unternehmer ist die Umsatzsteuer damit im Regelfall ein durchlaufender Posten — aber einer mit strengen Formregeln. Ordentliche Rechnungen, richtige Steuersätze, fristgerechte Voranmeldungen und seit 2025 die E-Rechnung im Geschäftsverkehr entscheiden darüber, ob der Durchlauf reibungslos bleibt.

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Abgabenordnung — was regelt sie?

Das Verfahrensgesetz hinter allen Steuerarten: Fristen, Bescheide, Rechte und Pflichten.

Wie viel Steuer anfällt, sagen die Einzelgesetze — die Abgabenordnung regelt, wie besteuert wird: Erklärungspflichten und Fristen, Festsetzung und Bestandskraft von Bescheiden, Einspruch, Verzinsung, Betriebsprüfung, Haftung, Selbstanzeige und Steuerstrafrecht. Auch das Gemeinnützigkeitsrecht der §§ 51 ff. AO gehört hierher. Für Unternehmer ist die AO das Regelwerk der Verteidigung: Wer ihre Fristen kennt — einen Monat für den Einspruch, vier Jahre Festsetzungsverjährung, zehn bei Hinterziehung — und ihre Korrekturnormen versteht, verliert keine Rechte durch Zeitablauf.

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Wegzugsbesteuerung — was regelt sie?

Wer mit GmbH-Anteilen Deutschland verlässt, versteuert den Wertzuwachs — als wäre verkauft worden.

Die Wegzugsbesteuerung des § 6 AStG fingiert beim Wegzug einer natürlichen Person einen Verkauf ihrer Kapitalgesellschaftsanteile ab einem Prozent Beteiligung: Der gesamte Wertzuwachs seit Anschaffung wird aufgedeckt und nach dem Teileinkünfteverfahren versteuert — ohne dass ein Euro Kaufpreis fließt. Seit 2022 gilt das verschärft auch innerhalb der EU: Die Steuer wird sofort fällig und kann nur noch in sieben Jahresraten gezahlt werden. Erfasst wird neben dem Wohnsitzwechsel auch die unentgeltliche Übertragung an im Ausland ansässige Personen. Wer international denkt, plant deshalb die Struktur, bevor er den Koffer packt.

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Vermögensteuer in Deutschland — wie ist der Stand?

Ein Gesetz, das es noch gibt — und eine Steuer, die seit 1997 nicht mehr erhoben wird.

Die Vermögensteuer besteuerte bis 1996 das Nettovermögen natürlicher und juristischer Personen mit einem Prozent. Das Bundesverfassungsgericht erklärte 1995 die Bewertung für gleichheitswidrig, weil Immobilien mit veralteten Einheitswerten weit günstiger angesetzt wurden als Kapitalvermögen; der Gesetzgeber besserte nicht nach, und seit 1997 wird die Steuer nicht mehr erhoben. Das Vermögensteuergesetz ist nie aufgehoben worden — eine Wiederbelebung bräuchte aber ein vollständig neues Bewertungs- und Tarifsystem und bleibt seit Jahrzehnten politische Ankündigung. Für die Planung zählt der Blick auf die Steuern, die Vermögen heute tatsächlich treffen: Erbschaft- und Schenkungsteuer, Grundsteuer und die Besteuerung der Erträge.

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Kapitel III

Die Gestaltungshebel. Welche Paragrafen arbeiten für Sie?

Was ist die beste steuerliche Gestaltung?

Es gibt keine beste Gestaltung an sich — es gibt die passende Ordnung für Ihre Lage, Ihre Ziele, Ihre Familie.

Die ehrliche Antwort vorweg: Eine für alle beste Gestaltung existiert nicht. Jede seriöse Empfehlung beginnt mit vier Fragen — Wie hoch und wie stetig ist der Gewinn? Bleibt er im Unternehmen oder wird er privat gebraucht? Wie groß sind Haftungs- und Ausfallrisiken? Und wohin soll das Unternehmen in zehn Jahren — Verkauf, Übergabe, Bestand? Aus den Antworten ergibt sich die Ordnung fast von selbst: Wer thesauriert, gehört tendenziell in die Kapitalgesellschaft oder Holding; wer entnimmt, fährt mit der Personengesellschaft oft besser; wer Bestand über Generationen will, denkt an die Stiftung. Der Fragebogen unten ordnet Ihre Lage in drei Minuten vor.

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§ 7g EStG — was leistet der Investitionsabzugsbetrag?

Bis zu 50 Prozent einer geplanten Investition heute absetzen — Steuern senken, bevor investiert wird.

Der Investitionsabzugsbetrag erlaubt kleineren Betrieben, für geplante Anschaffungen beweglicher Wirtschaftsgüter bereits vor dem Kauf bis zu 50 Prozent der voraussichtlichen Kosten gewinnmindernd abzuziehen. Die Steuerersparnis kommt damit vor der Investition — der Staat finanziert sie mit. Voraussetzung ist ein Gewinn von höchstens 200.000 Euro im Abzugsjahr; je Betrieb sind bis zu 200.000 Euro Abzugsvolumen offen. Investiert werden muss innerhalb von drei Jahren, das Wirtschaftsgut muss zu mindestens 90 Prozent betrieblich genutzt werden. Nach der Anschaffung kommen Sonderabschreibung von 40 Prozent und reguläre AfA hinzu — zusammen das stärkste Timing-Instrument des Mittelstands.

QR: § 7g EStG — Investitionsabzugsbetrag stiftskolleg.de/wissen/7g-estg/

§ 15 EStG — was regelt er?

Die Grundnorm des Unternehmersteuerrechts: Sie bestimmt, wer gewerblich ist — und zieht damit Gewerbesteuer und Verstrickung nach sich.

§ 15 EStG definiert die Einkünfte aus Gewerbebetrieb — für Einzelunternehmer ebenso wie für die Gesellschafter von Personengesellschaften, die als Mitunternehmer ihren Gewinnanteil samt Sondervergütungen versteuern. Die Norm entscheidet über mehr als die Einkunftsart: An ihr hängen Gewerbesteuerpflicht, Betriebsvermögenseigenschaft und spätere Aufdeckung stiller Reserven. Zwei Mechanismen verdienen besondere Aufmerksamkeit: Die Abfärbung macht eine nur teilweise gewerbliche Personengesellschaft insgesamt gewerblich; die gewerbliche Prägung zieht rein vermögensverwaltende GmbH & Co. KGs in die Gewerblichkeit — was je nach Ziel Falle oder Gestaltungsmittel ist.

QR: § 15 EStG — Einkünfte aus Gewerbebetrieb stiftskolleg.de/wissen/15-estg/

§ 8b KStG — was leistet er?

Die Norm, die Holdings trägt: Dividenden und Verkaufsgewinne zwischen Kapitalgesellschaften bleiben zu 95 Prozent steuerfrei.

§ 8b KStG stellt Gewinne, die eine Kapitalgesellschaft aus Beteiligungen an anderen Kapitalgesellschaften erzielt, im Ergebnis zu 95 Prozent steuerfrei — fünf Prozent gelten pauschal als nicht abziehbare Betriebsausgaben. Für Veräußerungsgewinne gilt das ohne jede Mindestbeteiligung; laufende Dividenden verlangen mindestens 10 Prozent Beteiligung zu Jahresbeginn, gewerbesteuerlich 15 Prozent. Der Zweck: Gewinne sollen auf dem Weg durch Beteiligungsketten nicht mehrfach besteuert werden. Praktisch macht diese Norm die Holding zum steuerlichen Sammelbecken — verkaufte Töchter, vereinnahmte Dividenden und neu aufgebautes Beteiligungsvermögen begegnen sich dort bei rund 1,5 Prozent effektiver Last.

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§ 4d EStG — was leistet er?

Betriebliche Versorgung über eine eigene Kasse: Zuwendungen sind Betriebsausgaben — das Kapital bleibt im Einflussbereich des Unternehmens.

§ 4d EStG regelt, in welchem Umfang Zuwendungen an eine Unterstützungskasse als Betriebsausgaben abziehbar sind. Die Unterstützungskasse ist der älteste Weg der betrieblichen Altersversorgung: eine rechtlich selbstständige Versorgungseinrichtung — meist ein e. V. —, die Leistungen ohne eigenen Rechtsanspruch gewährt und selbst steuerbefreit ist. In der pauschaldotierten Ausprägung kann das Unternehmen die zugewendeten Mittel als Darlehen zurückerhalten und im Betrieb arbeiten lassen: Betriebsausgabe heute, Innenfinanzierung morgen, Versorgung übermorgen. Für Gesellschafter-Geschäftsführer und Belegschaft zugleich einsetzbar, verlangt das Modell saubere Einrichtung und langfristige Disziplin.

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Kapitel IV

Der Notfallkoffer. Was, wenn Sie ausfallen?

Was gehört in einen Notfallkoffer?

Wenn Sie morgen ausfallen — kann Ihre Familie übermorgen handeln? Der Notfallkoffer ist die Antwort in Ordnerform.

Der Notfallkoffer ist die geordnete Sammlung aller Dokumente, Vollmachten und Informationen, die Familie und Unternehmen handlungsfähig halten, wenn der Unternehmer plötzlich ausfällt — durch Unfall, Krankheit oder Tod. Er beantwortet drei Fragen: Wer darf entscheiden? Wo ist was? Und wie geht es weiter? Fünfzehn Bereiche gehören hinein, vom Gesellschaftsvertrag über Vorsorgevollmacht und Bankvollmachten bis zu Passwörtern, Testament und Vermögensübersicht. Ein Nachmittag Ordnung erspart im Ernstfall Monate der Lähmung — und verhindert, dass ein Betreuungsgericht über Ihr Unternehmen entscheidet.

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Der Kreis des Kollegs

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